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Schott Music: Beim Musikhören etwas riskieren

Artikel bei Schott Music: 'Es müsste einfach schick sein, beim Musikhören etwas zu riskieren'. Weltbezüge bei Lachenmann: Perspektive der Musikvermittlung

"Da ich nicht in einer Lachenmann-losen Gesellschaft leben will, und ein Rück- oder Wegzug aus Bern für mich aber auch keine Option wäre, bin ich das geworden, was man heute Musikvermittlerin nennt. Dazu möchte ich hier ein Modell vorstellen, das meiner Arbeit zugrunde liegt und einige praktische Beispiele dafür liefern, wie ich in der Gesellschaft, in der ich lebe, Räume herstelle, die nicht mehr Lachenmann-los sind. Es ist meine ganz persönliche Antwort auf Begriffe wie Weltzuwendung und Diesseitigkeit, die seit kurzem in der Bundesrepublik diskutiert werden: Mich bewegt also weniger die Frage, wieviel Welt in Lachenmann, sondern wieviel Lachenmann in der Welt ist."

Artikel im Tagungsband der Darmstädter Veröffentlichungen des Instituts für Neue Musik und Musikerziehung.

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Inhalt des Artikels:
Ich habe drei für die Neue-Musik-Szene wichtige Zielgruppen genommen (BerufsmusikerInnen ohne Neue-Musik-Affinität, Jugendliche und rechtsorientierte KulturpolitikerInnen), um den folgenden Satz des Komponisten Helmut Lachenmann zu untersuchen:

"Es müsste einfach schick sein, beim Musikhören etwas zu risikieren. Ich sag immer, die Leute machen Bungee-Jumping, andere riskieren Wildwasserfahrten, klettern auf die Berge, nur um die Existenzspannung in sich zu steigern. […]. Aber im Konzertsaal, wo ist da die Abenteuerbereitschaft?"

Dabei zeige ich auf, wie einfach sich komplexe Musik an vermeintlich 'schwierige' Zielgruppen vermitteln lässt.

Schott

Zum Buch allgemein:

Inwieweit ist die oft zu hörende These berechtigt, der zufolge sich die zeitgenössische Musik der letzten Jahre in völlig neuartiger Weise auf die Gegenwart bezieht und sich in ihr eine konzeptionelle Wende vollzieht? Die 68. Frühjahrstagung des Instituts für Neue Musik und Musikerziehung in Darmstadt diskutierte grundsätzliche Erfahrungen und Auffassungen zu dem, was Aspekte wie etwa Engagement, Alltäglichkeit oder Wirklichkeitsbezug in Musik überhaupt heißen können.

Sie porträtierte die Komponisten Helmut Lachenmann und Manos Tsangaris. Und sie brachte KomponistInnen der mittleren und jüngeren Generation ins Gespräch, die mit bestechender Energie und einer neuen Vielfalt an digitalen Möglichkeiten auf einen Paradigmenwechsel zielen: Brigitta Muntendorf, Annesley Black, Trond Reinoldtsen, Hannes Seidl, Martin Schüttler, Mesias Maiguashca und Manos Tsangaris. Weitere AutorInnen des Bandes sind Jörn Peter Hiekel, Dieter Mersch, Patrick Frank, Lydia Jeschke, Wolfgang Rüdiger, Rainer Nonnenmann, Wolfgang Lessing und Raoul Mörchen.

Lachenmann Noten